Presse-Information:

 

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Mai 2006:
 
 
Südharzer Karstlandschaft mit Einhornhöhle ist nun „Nationaler Geotop“
 
 
Am Freitag, den 12.Juni fand im Leineschloss, Niedersächsischer Landtag,  in Hannover unter Beteiligung
  von Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des BM für Bildung 
und Forschung sowie der Staatlichen Geologischen Dienste das Geoforum 2006 statt. 
Anlass war die Vergabe des Titels „Nationaler Geotop“ an die bedeutendsten Geotope Deutschlands, 
verbunden mit der Vorstellung des Buches „Faszination Geologie“, in dem diese Objekte einzeln 
vorgestellt werden. Geotope, ein vielen Lesern sicher neuer Begriff,  sind Naturerscheinungen der 
unbelebten Natur wie Höhlen, Bergwerke, Steinbrüche und weitere geologische Aufschlüsse,
die geeignet sind, Kenntnisse über die Entstehung und Entwicklung der Erde und des Lebens 
auf ihr besonders anschaulich zu vermitteln.
Mit der Bezeichnung „Nationaler Geotop“ soll kein neuer Schutzstatus geschaffen werden. 
Mit dieser Prämierung soll vielmehr zum Ausdruck gebracht werden, dass das entsprechende Objekt 
nicht nur sehenswert  sondern auch für Besucher zugänglich ist und fachlich angemessen präsentiert wird. 
Nur sechs herausragende geologische Objekte in Niedersachsen wurden in die Liste aufgenommen, 
aus dem Harz nur noch der Rammelsberg mit seiner langen Bergbaugeschichte.
 
Im März 2004 bereits rief die Akademie auf zur Erfassung der bedeutendsten Geotope in Deutschland. 
Wegen großer Resonanz wurde der Wettbewerb bis Juni 2005 verlängert. Eine Jury aus führenden 
Fachleuten der Geowissenschaften mit Beteiligung der Geologischen Landesämter hat daraufhin 
bundesweit 77 Geotope ausgewählt, die nunmehr in Hannover mit dem Prädikat „Nationaler Geotop“ 
ausgezeichnet wurden. Der Südharzer Geologe Dr. Ralf Nielbock fasste bei Bekanntgabe der 
Ausschreibung sofort den Entschluss, die geowissenschaftlich sowie kultur- und wissenschaftshistorisch 
als überregional herausragendes Kleinod eingestufte Einhornhöhle anzumelden.  Ein wichtiges Kriterium 
für die Anerkennung war zudem, dass sie sich durch ihre Entstehung im Zechstein-Dolomit und ihre 
geologische Ausprägung zudem von der Vielzahl sich in ihrem Erscheinungsbild ähnelnden Tropfsteinhöhlen 
unterscheidet. 
Gemeinsam mit den Geologen Dr.Gerd Röhling und  Firouz Vladi als Koautoren wurde der Antrag 
erweitert auf die gesamte Zechsteinkarstlandschaft am Südharz. Diese in Deutschland einmalige 
Landschaftsform aus weißem Gipsgestein und schroffen Dolomitklippen präsentiert alle Formen des 
Karstes auf engstem Raum.  Auf dem Karstwanderweg kann sie gut erwandert werden können. 
Neben der Rhumequelle als größte Karstquelle Norddeutschlands ist die sagenumwobene Einhornhöhle 
in den überregionalen Karstwanderweg eingebunden. Als bislang einzige GeoPark-Infostelle im Harz 
ist sie zudem zentraler tou­ristischer Anlauf­punkt.  Die  bei Scharzfeld gelegene Höhle ist neben der 
nahen Steinkirche die einzige begehbare Naturhöhle im Zech­teindolomit, entstanden vor bereits 
über 5 Mio. Jahren in der ausgehenden Tertiärzeit. Im Eiszeitalter wurde die Höhle mit bis zu 30 m 
mächtigen Ablage­rungen aus Lehm, Ton, Dolomitsand und Schottern angefüllt. Heute sind sie 
wertvolle konservierte Geo-Archive. Das gut erschlossene Hainholz bei Düna ist neben den vielen Erdfällen, 
Bachschwinden und Kleinhöhlen ein weiteres Highlight dieser Landschaft. Für den Buchbeitrag 
wurde gemeinsam die passende Überschrift „Wege in den Untergrund - die Zechsteinkarstlandschaft 
am Südharz“ gefunden.  
Das Zertifikat „Nationaler Geotop“, überreicht an die Gesellschaft Unicornu fossile e.V., 
hat in der neuen Höhlen- und Karstausstellung im Haus Einhorn an der Einhornhöhle seinen Platz gefunden.  
 
Übergabe des Autorenbuches und des Zertifikats „Nationaler Geotop“ (v.l.n.r.):
Dr. Henning Zellmer, Dr. Ralf Nielbock, Dr. Gerd Röhling von der Gesellschaft Unicornu fossile 
und Prof. Dr. Dr. Horst Quade, Präsident der Akademie der Geowissenschaften.  

 

siehe auch: Eichsfelder Tageblatt

 

 

 

 

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